
Anlässlich der „WohneNRW-Tage“ der Landesregierung vom 26. bis zum 28. August 2026 erklärt Sarah Philipp, stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende im Landtag NRW:
Jede neue bezahlbare Wohnung in Nordrhein-Westfalen ist eine gute Nachricht. Die öffentliche Wohnraumförderung des Landes ist dafür ein unverzichtbares Instrument. Gerade in Zeiten hoher Baukosten brauchen Investoren, kommunale Wohnungsunternehmen und Genossenschaften verlässliche Förderbedingungen. Deshalb begrüßen wir ausdrücklich, wenn bei den WohneNRW-Tagen gelungene Projekte vorgestellt und Möglichkeiten der Förderung bekannter gemacht werden.
Gleichzeitig dürfen einzelne erfolgreiche Projekte nicht darüber hinwegtäuschen, wie angespannt die Lage auf dem Wohnungsmarkt weiterhin ist. Die Mieten steigen, bezahlbare Wohnungen fehlen und besonders Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen, Familien, Alleinerziehende, ältere Menschen, Studierende und Auszubildende sowie Menschen mit besonderen Unterstützungsbedarfen haben zunehmend Schwierigkeiten, eine passende Wohnung zu finden.
Genau deshalb müssen wir über die Größenordnung sprechen. Jährlich fallen in Nordrhein-Westfalen rund 23.000 Wohnungen aus der Mietpreisbindung. Im Förderjahr 2025 wurden gut 8.000 neue mietpreisgebundene Wohnungen geschaffen. Rechnet man Wohnheimplätze für Studierende und Auszubildende heraus, waren es 6.927 Wohnungen. Das zeigt: Die Förderung wirkt und schafft dringend benötigten Wohnraum – sie kann den Verlust bestehender Bindungen bislang aber nicht ausgleichen.
Auch der Blick auf die Ziele der Landesregierung macht deutlich, dass noch viel zu tun ist. CDU und Grüne haben in ihrem Koalitionsvertrag 45.000 zusätzliche mietpreisgebundene Wohnungen angekündigt. Bislang sind davon rund 24.000 realisiert worden. Gleichzeitig wird der zusätzliche Wohnungsbedarf in Nordrhein-Westfalen auf rund 400.000 Wohnungen geschätzt.
Für uns als SPD ist deshalb klar: Wir brauchen nicht weniger, sondern mehr öffentliche Wohnraumförderung und wir müssen ihre Wirkung weiter erhöhen. Dazu gehört insbesondere, dauerhaft bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und Kommunen sowie gemeinwohlorientierte Wohnungsunternehmen stärker in die Lage zu versetzen, selbst zu bauen.
Die WohneNRW-Tage können zeigen, was mit öffentlicher Förderung möglich ist. Entscheidend ist aber, was am Ende auf dem Wohnungsmarkt ankommt. Unser gemeinsamer Anspruch muss sein, deutlich mehr bezahlbare Wohnungen zu schaffen – insbesondere für diejenigen, die auf dem angespannten Wohnungsmarkt heute kaum noch eine Chance haben.